Tee ist nicht gleich Tee

Nur Teetrinker kennen den Unterschied

Wie der Gelegenheits-Teetrinker vielleicht denken mag, ist es egal, welchen Tee man zu sich nimmt, da eben Tee gleich Tee ist. Doch das ist ganz und gar nicht der Fall. Denn Teekenner unterscheiden viele verschiedene Sorten, Qualitäten und Geschmacksvariationen

Assam und Ceylon - Kräftig und würzig

Assam ist ein Tee aus aus der gleichnamigen nordindischen, auf einem Hochplatteau gelegenen, Provinz. Er ist würzig, kräftig-aromatisch und eignet sich deshalb besonders gut für die starken Ostfriesen-Mischungen. Er wird gerne mit Sahne und Kandis (Kluntjes) verfeinert.

Ceylon Tee stammt aus der ehemaligen englischen Kolonie, die heute Sri Lanka heißt. Je nach dem Landesteil, in dem er angebaut wird, hat er einen kräftigen, aromatischen oder einen kräftigen, würzig-herben Geschmack mit einem leichten Zitrus-Aroma.

Darjeeling - Blumiges Aroma aus Indien

Darjeeling Tee wird ebenfalls in Indien angebaut. Dieses Anbaugebiet liegt im Nordosten an den Hängen des Himalaya in 800-2000m Höhe. Dieser Tee ist von sehr guter Qualität und hat ein fein-würziges, leicht nussiges oder blumiges Aroma. Neben der Höhe des Anbaugebietes ist beim Darjeeling auch die Zeit der Ernte wichtig für die Qualität und das Aroma. Die höchste Qualität liefert der First Flush.

Er wird im Februar und März geerntet und häufig als Flugtee bezeichnet, da er im Frühjahr nach Europa eingeflogen wird. Der Second Flush wird im Mai und Juni geerntet. Er ist sehr aromatisch und nuancenreich. Der Autumnal wird nach dem Monsunregen im Oktober und November geerntet. Er wächst an den Südhängen des Himalya, ist jedoch nicht ganz so geschmacksintensiv wie der First oder Second Flush.

Geschmacksunterschiede bei Grünem Tee

Auch bei grünem Tee gibt es erhebliche Unterschiede in Geschmack, Aussehen und Qualität.

Der Bancha (=Großblatt-Tee) besteht überwiegend aus großen Blätternund wird erst gegen Ende der Erntezeit geerntet. Er hat eine hellgrüne Farbe mit einem frischen, leicht grasigen Aroma. Ihm werden Heilwirkungen bei Krebs zugeschrieben.

Chun Mee ist ein Tee mittlerer Qualität, der aus verschiedenen Anbaugebieten stammt. Die besten Tees stammen aus China und Taiwan. Diese Sorte ist frisch-herb im Geschmack und hat ein leicht gelbliches Aussehen.

Der Lung Ching (=Drachenquelle/Drachenbrunnen) ist ein sehr feiner, erlesener Tee aus China. Er hat einen fruchtig-blumigen Geschmack mit einer süßlichen Note. In seiner Heimat ist er einer der beliebtesten Tees und war dort über lange Zeit das Getränk der Kaiser.

Gunpowder - Der wohl beliebteste Grüne Tee

Der beliebteste grüne Tee ist der Gunpowder (=Schießpulver). Er wird so genannt, weil die Blätter zu kleinen Kügelchen gerollt wurden. So erinnern sie an Schrot und knistern, wenn sie mit heißem Wasser übergossen werden. Je kleiner die Kugeln sind, desto besser ist die Qualität. Gunpowder hat einen kräftigen und herben Geschmack.

Der Gyokuro (=edler Tautropfen) ist einer der edelsten Tees Japans. Er ist ein Schattentee, da er wenige Wochen vor der Ernte abgedunkelt wird, wodurch sich seine Wirkstoffe besonders gut entfalten können. Gyokuro enthält wenig Gerbstoffe, dadurch schmeckt er nicht so bitterwie manche anderen Sorten.

Matcha ist ebenfalls ein japanischer Tee, der auch in der traditionellen Teezeremonie verwendet wird. Der Tee wächst im Schatten, um ein besonders gutes Aroma zu erzielen. Die Blätter werden zu feinem Pulver gemahlen und im Wasser gelöst. Dadurch hat der Tee eine starke, grüne Farbe. Er schmeckt sehr intensiv, fein-herb und enthält neben viel Karotin die Vitamine A und D.

Sencha (gedämpfter Tee) wird hauptsächlich in Japan produziert und ist dort auch eine der beliebtesten Sorten. Je dunkler das Blatt ist, desto besser ist die Qualität. Der Geschmack ist leicht herb und frisch, mit einer Spur Süße.

Also: es gibt viele verschiedene Sorten Tee, und auch innerhalb einer Teesorte gibt es natürlich Unterschiede im Geschmack. Da hilft nur ausgiebiges Probieren Teetrinken.

Text: Stefan Ansgar Böttcher - Artikel vom: 07.03.2007