Fondssparen zum Aufbau einer Privatrente

Fondssparen bringt mehr Rendite

Wer sich zum Aufbau einer Privatrente für einen Einzahlplan im Fonds seiner Wahl entscheidet, spart so einfach wie bei einem Bankensparplan mit monatlichen Einzahlungen, nur besser. Das Geld bringt mehr Rendite und kann später im Ge­ gensatz zum Bankenplan zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt ausgezahlt werden. Besonders interessant sind Sparpläne für Arbeitnehmer mit vermögenswirksamen Leistungen, weil der Gewinn hier durch garantierte Zulagen vom Staat noch höher ausfällt.

Laufzeiten

Es gibt keine feste Laufzeit und keinerlei Kündigungsfrist. Man kann zu jeder Zeit und ohne Verluste aussteigen, aber auch die Einzahlungen nach Bedarf erhöhen oder niedriger setzen. Sinnvoll ist ein Fondssparplan in aller Regel erst ab zehn Jahren Dauer. Grund: Je länger der Plan läuft, desto besser können die Kosten wettgemacht und Kursausschläge nach unten ausgeglichen werden.

Die meisten Sparer kennen nur Sparpläne ihrer Bank: Sie zahlen viele Jahre jeden Monat eine feste Summe ein und dürfen sich mit rund 3 Prozent Zinsen begnügen, zu denen am Ende noch ein Bonus auf die Einzahlungen hinzukommt, wenn man so lange durchhält. Weniger bekannt, aber meist deutlich günstiger ist ein Sparplan mit Investmentfonds: Langfristig sind bei Rentenfonds und offenen Immobilienfonds rund 5 Prozent, bei Aktienfonds 8 Prozent drin. Allerdings sind bei Anlagezeiten unter fünf Jahren kurz- bis mittelfristig auch stagnierende Ergebnisse möglich, bei schlechten Fonds auch leichte Verluste.

Fondssparplan

Ab 50 bis 100 Euro monatlich kann man einen Investmentfondssparplan eröffnen. Manche Gesellschaften verlangen 250 Euro Mindestrate, wobei die bei Bedarf nur einmal im halben Jahr gezahlt werden muss. Denn bei Fondssparen sind Sie flexibel: Sie können monatlich, zweimonatlich, vierteljährlich oder halbjährlich sparen.

Wer 50 Euro im Monat spart, muss sich bei jeder Einzahlung zwischen 0,50 Euro (geldmarktnahe Fonds), 1,50 Euro (Rentenfonds) und 2,50 Euro (offene Immobilienfonds, Aktienfonds) Kosten gefallen lassen (Ausgabeaufschlag genannt). Man braucht also einige Zeit, um trotz dieses Anfangsverlustes auf den grünen Zweig zu kommen - als Kurzfristanlage taugen Fonds daher nicht.

Kauft man bei seiner Hausbank „fremde" Fonds, so sind zusätzlich zum Ausgabeaufschlag 0,5 bis 1 Prozent Ankaufsspesen fällig. Praktisch jeder Sparer muss zudem mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr (Depotkosten genannt) von rund 0,15 bis 0,3 Pro­ zent der Anlagesumme rechnen.

Investmentfonds

Investmentfonds kann man bei einer Bank, Fondsgesellschaft (zum Beispiel Flemings) oder freien Vermittlern (zum Beispiel F & V Investmentfondscenter Berlin) kaufen. Insbesondere ausländische Fonds gibt es fast nur über freie Vermittler. Wer genau weiß, welcher Fonds der richtige ist, kauft direkt bei der Fondsgesellschaft und lässt dort das Depot einrichten. Wer schon vorher weiß, dass er die jährliche Ausschüttung wieder anlegen will, sollte immer sein Konto bei der Fondsgesellschaft/Depotbank führen lassen. Bei der Hausbank würde die Wiederanlage wiederum 1 bis 2 Prozent Spesen kosten.

Am sinnvollsten sind Sparpläne in Aktienfonds, weil sie langfristig die besten Ergebnisse bringen und der Ertrag zu großen Teilen einkommensteuerfrei ist. Deutsche Aktienfonds zum Beispiel erzielten jährliche Wertsteigerungen zwischen 19,8 (zehn Jahre) und 11,8 Prozent (35 Jahre). Ein monatlicher Sparbetrag von 50 Euro in den vergangenen 20 Jahren führte bis Ende März 2005 zu einem Depotwert von 65 818 Euro (eingezahlte Summe: 12000 Euro). Dies entsprach durchschnittlich einem Zuwachs von 14,9 Prozent pro Jahr.

Text: Peter Lehmann/VDK Concept - Artikel vom: 21.12.2005