Termingelder und Tagesgelder
Für viele kein Begriff - Termingeld und Tagesgeld
Je unsicherer die Lage am Arbeitsmarkt, desto mehr neigen Konsumenten zur festverzinsten Anlage von Geldern. Doch nur die wenigsten wissen mit den Begriffen Termingeld und Tagesgeld etwas anzufangen. Beides sind dem Grunde nach ähnliche Formen der Geldanlage: es wird Geld auf ein Sichtguthaben bei einer Bank – ähnlich einem Girokonto, jedoch ohne Möglichkeit einer direkten Bargeldauszahlung – angelegt, welches verzinst wird.
Unterschiede dieser beiden Varianten
Soweit die Gemeinsamkeiten, die Unterschiede stecken im Detail: während beim Termingeld, meist in der Form von Festgeld, eine feste Laufzeit des Kontos und ein über die gesamte Laufzeit fixer Zinssatz vereinbart wird, sind Laufzeit und Zinssatz beim Tagesgeld variabel. Hier wird nur ein anfänglicher Zins vereinbart, der im Laufe der Zeit an die Gegebenheiten des Geldmarktes angepasst wird. Auch die Laufzeit ist – von Ausnahmen abgesehen - weder zeitlich begrenzt, noch im Vorfeld vereinbart.
Darüber hinaus kann über das auf einem Festgeldkonto angelegte Guthaben erst mit Ablauf der Anlagedauer verfügt werden. Jede vorzeitige Verfügung kostet Gebühren und führt im Regelfall zum Verlust eines großen Teils der bereits erwirtschafteten Zinsen. Beim Tagesgeld hingegen kann jederzeit über das angelegte Geld verfügt werden und das kostenfrei. Bei jeder anderen Anlageform müsste sich der Anleger solch einen Liquiditätsvorteil mit einem Zinsverzicht erkaufen. Nicht so allerdings hier.
Vergleich der Tagesgeldzinsen und Festgeldzinsen
Wenn man sich einmal aktuelle Tagesgeldzinsen anschaut und diese mit einem durchschnittlichen Festgeldzins vergleicht, dann wird man schnell feststellen, dass sich die gezahlten Zinsen kaum unterscheiden. Der Hauptgrund für diese Angleichung von Tagesgeldzinsen und Festgeldzins liegt vor allem in der extrem gestiegenen Nachfrage nach Tagesgeldkonten begründet, die die Banken zu immer besseren Angeboten veranlasst hat.
Ursächlich begründet wird dieser Nachfrageanstieg mit der zunehmenden Unsicherheit der Verbraucher hinsichtlich ihrer Arbeitsplätze und der wirtschaftlichen Entwicklung. Je unsicherer ein Verbraucher in dieser Hinsicht ist, desto eher wird er sich für die Geldanlage entscheiden, bei der er sofort und ohne Kosten oder Gebühren über sein angelegtes Geld verfügen kann und das ist bei den Tagesgeldkonten der Fall.
Text: Daniel Franke - Artikel vom: 30.10.2006