Software zur Datenrettung

Der Verlust oder die Beschädigung von Daten kann auf vielfältige Weise geschehen und lässt sich im Vorfeld nur selten erahnen. Aber egal ob durch einen Hardwaredefekt, ein versehentliches Löschen, Vandalismus oder äußere physikalische Einflüsse wie Wasser oder Feuer verursacht, kostet ein solcher Datenverlust immer Zeit, Nerven und oftmals viel Geld. Wenn Datenträger durch Feuer oder Wasser beschädigt sind, hilft nur der Gang ins professionelle Datenrettungs-Labor. Dort werden im Reinraum die beschädigten Datenträger Stück für Stück zerlegt, gereinigt und von Spezialisten ausgelesen. Dabei kann die Wiederherstellung einer einzigen Festplatte mehrere tausend Euro, die Rekonstruktion eines RAID-Systems gar mehr als 10.000 Euro kosten.

Wenn Daten allerdings nur aus Versehen gelöscht wurden oder einzelne Sektoren auf einer Festplatte bzw. einem anderen Datenträger defekt sind, hilft oftmals entsprechende Datenrettung Software. Dabei sollte in einem ersten Schritt jegliche Aktivität auf dem betroffenen Datenträger eingestellt werden. Dies hat den Grund, dass nur in den seltensten Fällen die Daten wirklich gelöscht wurden. Meist werden nur die Verweise auf die betroffenen Dateien aus dem Inhaltsverzeichnis der Festplatte entfernt und die eigentlichen Daten befinden sich noch immer an Ort und Stelle. Jeder Zugriff auf den betroffenen Datenträger kann nun dazu führen, dass die eigentlich noch intakten Daten ganz oder teilweise überschrieben werden, was eine spätere Wiederherstellung erschweren bzw. sogar unmöglich machen kann.

Bei einer Festplatte ist der Umbau als zusätzliches Laufwerk in einen anderen Rechner anzuraten, da dann beim Booten des Betriebssystems kein Zugriff auf den defekten Datenträger erfolgt und in aller Ruhe die für die Datenrettung eingesetzte Software auf dem Rechner installiert werden kann, ohne Zugriffe auf den beschädigten Datenträger zu erzeugen. Für die eigentliche Datenrettung gibt es dann spezielle Software, welche die defekten Bereiche des Datenträgers untersucht, die Rohdaten Bit für Bit ausliest und danach auf einen neuen Datenträger rekonstruiert. Während sich im Privatbereich der Einsatz solcher Software zur Datenrettung in der Regel nur bei wirklich wichtigen Daten lohnt, ist ihr im Firmenbereich immer eine Empfehlung wert, sind die dort vorhandenen Daten doch meist wesentlich wichtiger und entsprechend wertvoller.

Allerdings helfen Backup-Strategien und regelmäßige Sicherungen dabei, solche Maßnahmen zur Datenrettung gar nicht erst ergreifen zu müssen.
Wenn es sich nicht um Produktivsysteme oder Messsysteme handelt, die kontinuierliche Daten sammeln bzw. analysieren, ist der Griff zur letzten Sicherungskopie oftmals der kostengünstigere und schnellere Weg.
Hier gilt es also immer Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen und sich dann entweder für den Einsatz einer Software zur Datenrettung oder – wenn vorhanden - das Zurückspielen einer Sicherungskopie zu entscheiden.

Text: Daniel Franke - Artikel vom: 03.01.2007