Dome der Romanik - Digitale Rekonstruktion
Der Dom zu Speyer
Der Dom zu Speyer wurde als erste deutsche Basilika in einer zweiten Bauphase eingewölbt. Im Gewölbe setzen sich die Mauern organisch fort, der Raum wächst monumental empor. Der Blick wird zur Höhe gelenkt, die im Hochschiff in hellem Licht erstrahlt. Man wählte die Form des Kreuzgewölbes, das aus rechtwinklig sich durchdringenden Tonnen besteht. Das Kreuzgewölbe des Domes in Speyer ist busig, sein Scheitel überragt die seitlichen Schildbögen.
Immer mehr wird die Wand aufgegliedert, vordringende und einspringende Teile gestalten sie plastischer. Schon im flachgedeckten Dom zu Speyer setzen sich die Pfeiler in Blendarkaden fort, die die oberen Fenster umgreifen. Durchgehende Halbsäulen tragen eine zweite Blendarkade. Im gewölbten Bau ruht die Deckenlast auf den Pfeilern. Jeder zweite Pfeiler wurde zum Auffangen des Gewölbeschubs verstärkt.
Der Wormser Dom
Der Wormser Dom ist doppellchörig und aus rotem Buntsandstein erbaut. Im Westen wie im Osten ragen stolze Turmgruppen auf, die im Gegensatz zu St. Michael reich gegeneinander differenziert sind. Abgestufte Kontraste wirken der Symmetrie von Ost- und Westgruppe entgegen, ohne sie jedoch aufzuheben. Selbständig stehen im älteren Ostteil die Einzelteile nebeneinander, während sie im Westen zusammengeballt sind. Dicht hintereinander steigen hier steile Zeltdächer über dem polygonalen Chor und über der Kuppel auf, die das letzte Schiff jedoch deckt. Seitlich schmiegen sich zwei Rundtürme an, die eine Zwerggalerie mit dem Mittelturm vereint. Der ältere Ostteil hat ein Querschiff mit einem achteckigen Vierungsturm. Die beiden runden Glockentürme stehen hier abseits.
Der Mainzer Dom
In Mainz ist aus den Nischen eine Zwerggalerie geworden. Vom niedrigen Sockel steigen Blendarkaden mit wechselnden Scheitelhöhen auf. Vielfältiger ist St. Gereon gegliedert. Über einem Rundbogenfries folgen Blendarkaden mit Stufenfries, einfache Bogenstellungen, Kassettenfries und Zwerggalerie. In Bamberg teilen breite Friese die Geschosse. Die Fenster sind tief eingebuchtet, ihre Gewände abgetreppt.
Digitale Rekonstruktion und Visualisierung
Für Museen wurde nun das Projekt ins Leben gerufen, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kirchen der Antike, interaktiv und in 3D darzustellen. Als Technologie soll der Web-Standart Web3D zum Einsatz kommen. Da die 3D Darstellungen auch im Internet zur Verfügung und einem möglichst breitem Publikum zugänglich gemacht werden soll, wird auf ein Browser-Plugin verzichtet. Statt dessen kommt Java 3D zum Einsatz, was auf eine Verfügbarkeit von 87 % zurückgreifen kann.
Der Web3D Standart hat sich für die interaktive 3D Visualisierung im Internet bewährt und wird bereits seit geraumer Zeit eingesetzt (unter anderem für interaktive Archäologievisualisierung, Gebäudevisualisierung, 3D Konfigurator, Produktkonfigurator, Produktvisualisierung). Die Möglichkeiten der 3D Visualisierung und 3D Architektur eröffnen dem 3D Planer, Interessierten, Studenten und Wissenschaftlern völlig neue Wege, die damaligen Konstruktionen anschaulich darzustellen und untersuchen zu können.
Text: Lars Wienke - Artikel vom: 07.02.2007