Informationen über das Haar

Biologischer Aufbau der Menschen Haare

Haare sind  lange aus Keratin bestehende Hornfäden. Der Mensch ist bis auf einige Ausnahmen, wie Handinnenflächen, Fußsohlen, Brustwarzen und Lippen behaart. Das Haar besteht aus drei wichtigen Schichten, der Schuppenschicht, der Faserschicht und dem Markkananl. Der Mensch besitzt 25.000 Körperhaare und bei den Kopfhaaren ist die Anzahl von der Haarfarbe abhängig bei roten Haaren 90.000 und bei blonden Haaren 140.000. Wir verlieren pro Tag 60-100 Haare, die Körperhaare sind etwa 0,07mm und die Haupthaare etwa 012mm dick und sie wachsen ca. 0,3mm am Tag. Das Haar entsteht im unteren Bereich der Lederhaut an der Haarpapille. Für die Farbe sind die Melanozyter verantwortlich, sie geben die Pigmente an das entstehende Haar ab.

Der Haarschaft liegt an der Oberhaut dem Haarfollikel oder Haarbalg an seinem unterm Ende wird das Haar in der Haarwurzel gebildet. In diesen Follikel mündet meistens eine Talgdrüse oder manchmal auch eine Duftdrüse. Für die so genannte Gänsehaut ist der Haaraufstrichmuskel verantwortlich, der Sinn der Gänsehaut ist es durch Lufteinschluss die Isolation gegen Kälte zu erhöhen, bei Menschen ist dieser Effekt aber sehr gering, da die Haare nicht dicht genug sind, man bekommt die Gänsehaut auch durch Erregung oder Wut. Einige Nervenfasern die den Follikel umwickeln fungieren als Haarfollikelrezeptoren und sorgen für die Tastfunktion der Haare.

Die verschiedenen Haarsorten

Man unterscheidet zwischen drei Verschiedenen Haarsorten, dem Terminalhaar (Haupthaar) dies sind alle dicken Haare, wie zum Beispiel dem Kopfhaar oder Schamhaar. Dem Vellushaar (Wollhaar) das sind alle anderen Körperhaare, sie sind dünner und kürzer und dem Lanugohaar (Flaumhaar) das sind die feinen Härchen die den Körper nach der Geburt bedecken. Es gibt verschiedene Formen/Ausbildungen, diese entstehen durch die Form die die Haar im Querschnitt haben. Haare die im Querschnitt rund sind, sind glatt, um so elliptischer die Form wir um so gelockter sind die Haare. Die Haare erfüllen auch wichtige Funktionen wie Lichtschutz, da sie die UV-Strahlung absorbieren, sie schützen den Kopf vorm Abkühlen, da sie als Wärmeisolierung funktionieren, sie regulieren die Feuchtigkeit auf der Haut, indem sie überschüssige Feuchtigkeit wie Schweiß absorbieren und sie halten die Hautflora im Gleichgewicht, weil sie das Verhältnis der Bakterien im Gleichgewicht halten.

Es gibt drei Verschiedene Haarzyklen, die Anagenphase, in dieser wird eine neue Haarwurzel gebildet und ein neues Haar produziert. Bei den Kopfhaaren kann dieser Prozess zwischen 3-6 Jahre dauern (die Dauer ist erblich vorgesehen), es befinden sich durchschnittlich etwa 85-90% der Haare in dieser Phase. Die Katagenphase ist eine Übergangsphase, in dieser stellt die Matrix ihre Zellproduktion ein, das Haar löst sich von der Papille, der untere Bereich des Haarfollikels verengt sich und das Haar stirbt ab. Die Endphase ist die Telogenphase in dieser erneuert sich die Haarpapille und der Haarfolikel regeneriert sich. Das neue Haar bildet sich neu indem die Matrix wieder entsteht und mit der Zellteilung beginnt. Die dauerhafte Haarentfernung ist mit den Methoden des Lasers und des Xenonlichtes nur in der anagenen Phase möglich. Die Haarentfernung an sich ist von der Lebensphase des Haares unabhängig.

Chemisch gesehen bestehen die am Aufbau beteiligten Substanzen hauptsächlich aus Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Schwefel. Im Hauptteil der Haare, der Faserschicht, finden die für den Frisör wichtigen Prozesse statt. Die Haare bestehen hauptsächlich aus dem aus Aminosäuren zusammen gesetzten Eiweiß Keratin. Die Molekularstruktur wird als Peptidspirale bezeichnet, dort befinden sich Disulfidbrücken, Salzbrücken und Wasserstoffbrücken. Die Wasserstoffbrücken kann man leicht formen, zum Beispiel durch Fönen oder Aufdrehen. Disulfidbrücken, sind schwerer zu lösen, nur durch Dauerwellenprodukte wie Thioglykolestern.    

Text: Claudia Güner - Artikel vom: 05.07.2006